Schilfs Reiseseite

Berichte von Reisen

zu Wasser, zu Lande und in der Luft

Tagebuch

berfhrung und seltsame Zeitgenossen

Geschrieben von Uli Schilf am 25.04.2011
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23.04.2011
Am Ostersamstag sind wir mit unserem Freund Marc (Vorbesitzer von "Stübbes") nach Flensburg gefahren.

Wir wollten "Stübbes" nach Büdelsdorf überführen. Allerdings hatten wir Muscheln an der Schraube und unterm Kiel. Marc, der auch eine Taucherausbildung hat, untersuchte die Schraube und den Kiel. Er fand einen kräftigen Bewuchs und befreite "Stübbes" von dieser Plage. Eine anschließende Probefahrt zeigte anschaulich die Speed-Qualitäten von unserer "Stübbes".

Wir blieben Sonnabend an Bord, weil wir von unserem freundlichen Hafenmeister Alfred O`Brian hörten, dass draußen heftige Böen und eine ziemlich starke Welle für Unruhe sorgten.

24.04.2011
Am Ostersonntag ging es los. Leider hatten wir Ostwind, so dass wir nur unter Maschine laufen konnten. Die zeigte sich aber von ihrer besten Seite. Hier ein Ausschnitt aus unserem Logbuch:

09:20 Uhr: Ablegen vom Steg
10.50 Uhr: Holnis Spitze
11.50 Uhr: Langballigau an Stb.
13.20 Uhr: Leuchtturm Kalkgrund an Stb.
18.30 Uhr: WP 051 (Bülk-Leuchtturm)
19.10 Uhr: Fest in Kiel Schilksee.

Das Hafenmeisterbüro ist schon geschlossen. Am Ostermontag um 08.00 Uhr melde ich mich beim Hafenmeister. Der ist ganz erstaunt und freut sich, dass ich bezahle, obwohl die Möglichkeit bestanden hätte, ohne Liegegebühren zu verschwinden.

25.04.2011
Nach dem Frühstück und dem Duschen legen wir um 11.00 Uhr ab. Vorsichtshalber habe ich noch einmal 10 Liter Diesel nachgetankt (von der 2 km entfernten Shelltankstelle geholt). Wie sich später herausstellt, wäre das gar nicht nötig gewesen, denn "Stübbes" schluckt nur 1,5 - 2,0 Liter Diesel pro Stunde.
Um 12.00 Uhr erreichen wir die Schleuse Holtenau. Wir haben großes Glück und können sofort einfahren. Um 12.20 Uhr werden wir ausgeschleust und die Kanalfahrt beginnt. "Stübbes" freut sich wohl auf ihren Heimathafen, denn sie schnurrt mit durchschnittlich 5,2 Knoten durch den Kanal. "Gustav", unser eiserner Steuermann, tut ebenfalls brav seinen Dienst. Beide wissen noch nicht, dass sie eigentlich zum Verkauf stehen und sich auch bereits ein Interessent aus Berlin zum Besuch angesagt hat.
Wir erreichen unseren Heimathafen um 15.45 Uhr. Ein Jahr waren wir nicht mehr dort, werden aber sehr herzlich empfangen. Beim Anlegerbier wird beschlossen, dass "Stübbes" am 26.04.2011 aus dem Wasser soll. Das Unterwasserschiff soll einen neuen Anstrich erhalten, Ölwechsel und eine allgemeine Inspektion sollen durchgeführt werden und auch das alljährliche Polieren soll dieses Mal besonders intensiv erfolgen, hat sich doch der besagte Besuch aus Berlin angesagt.

26.04.2011
Pünktlich um 09.00 Uhr versammelt sich die Crew im Büdelsdorfer Yachthafen. "Stübbes" wird aus dem Wasser geholt und mit dem Hochdruckreiniger abgespritzt. Der Hafenmeister grundiert die abgeplatzten Stellen und nach einer gewissen Trockenzeit wird das Unterwasserschiff mit Antifouling (VC-Offshore) gestrichen. Jutta poliert unser Schmuckstück.
In der Zwischenzeit ruft der Skippper in Berlin an. Mit dem Kaufinteressenten war für Mittwoch, 27.4.2011 ein Besichtigungstermin vereinbart. Der Skipper erklärt die Planung, merkt aber, dass sich das Kaufinteresse seines Gegenübers merklich abgekühlt hatte. Plötzlich war von notwendig gewordenen Aktienverkäufen die Rede, die erst den Kauf ermöglichen sollten. Die Hälfte des anvisierten Kaufpreises wurde ins Feld geführt (wie absurd!). Alles gipfelte in der Unterstellung, es könnten ja verdeckte Schäden vorhanden sein. Auf solche Kaufinteressenten können "Stübbes" und seine Crew verzichten. Solche Leute sollten sich lieber am Wannsee ein Ruderboot kaufen, anstatt veritablen Ostseeseglern die Zeit zu stehlen.

So sieht "Stübbes" nun aus:

Morgen kommt unsere Lady wieder ins Wasser und wenn das Wetter mitspielt, werden wir am Sonnabend das traditionelle "Ansegeln" des Vereins mitmachen.

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