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Tagebuch

Nach den Herbstferien

Geschrieben von Uli Schilf am 24.10.2010
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Heute hat die Schule wieder begonnen. Für mich war das ein besonderer Tag, denn ich war wegen einer Krankheit 7 Wochen lang nicht in der Schule. Es ist schon etwas Merkwürdiges, wenn man nach einer so langen Zeit das Gebäude wieder betritt. Aber es ist auch schön, wenn einen die KollegInnen warmherzig begrüßen, die Schülerinnen und Schüler ein freundliches Wort haben. Dann ist der Herbst nicht mehr so trübe.

Passend zu einer positiven Stimmung habe ich ein Gedicht von Theodor Storm gefunden:

Oktoberlied

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!

Und wimmert auch einmal das Herz –
Stoß an und lass es klingen!
Wir wissen's doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.

Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen!

Theodor Storm
(1848)

 

Außerhalb der Schule hat sich auch so einiges ereignet: Unser Boot bleibt auch in diesem Winter in Flensburg. Aufgrund meiner Krankheit ist es uns nicht gelungen, "Stübbes" nach Büdelsdorf zu holen. Wir haben uns nun doch endgültig entschlossen, unser Schiffchen zu verkaufen. Die Gesundheit macht es notwendig.

Da ich trotz Krankheit noch lesen kann, brauchte ich auch das Studium nicht zu vernachlässigen. Herbstliche Ernte: Eine schriftliche Hausarbeit über den Sozialphilosophen Thomas Hobbes (1588-1679); Abgabetermin war der 15.9.2010, die Zensur steht noch nicht fest, soll aber so schlecht nicht sein. In Arbeit: eine Hausarbeit zur militarisierten Männlichkeit in Preußen während der antinapoleonischen Kriege (1812-1815).

 

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