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Tagebuch

Kindermund

Geschrieben von Uli Schilf am 27.10.2010
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Jetzt bin ich ja erst wieder seit vier Tagen in der Schule. Da ist es schon witzig, was man da so erlebt: Eine Schülerin übergibt mir nach dem Religionsunterricht ein DIN A4-Blatt mit einer wunderschönen selbstgemalten Blume. Daneben steht: Es ist schön, dass Sie wieder da sind. Im ersten Augenblick freue ich mich. Nach erneutem Nachdenken überlege ich: wann hat sie das gemalt und geschrieben - etwa während des Unterrichts?

Dann kommt ein zehnjähriger Junge und fragt mich: Magst du mich? Ich: Ich mag euch alle! Er: Mein Bruder mag dich auch. Er sagt, du bist ein guter Lehrer. Ich: Aber ich kenne deinen Bruder doch gar nicht. Er: Doch, er hat dich aber schon gesehen.

Während des Religionsunterrichts (es ging um Martin Luther), erkläre ich, dass die Menschen früher eine niedrigere Lebenserwartung als heute hatten; Luther war mit seinen 63 Jahren schon eine Ausnahme.  Schüleräußerungen: "Dann musst du ja auch bald sterben"; "Mein Opa ist so alt wie du" Ich: Wie alt ist denn dein Opa? Antwort: 88 Jahre (ich bin 61!! oder nicht?).

Eigentlich möchte ich ja mit 63 Jahren den Beruf an den Nagel hängen. Doch manchmal denke ich: Was mache ich denn ohne diese Äußerungen?

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