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Tagebuch

Hamburg - meine Perle

Geschrieben von Uli Schilf am 03.07.2010
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Na ja, das stimmt nicht so ganz, obwohl ich Hamburg schön finde und da auch mal 7 Jahre lang gewohnt habe.

Der Grund, weshalb ich über Hamburg in mein Tagebuch schreibe, ist, dass Jutta und ich dort ein sehr schönes Wochenenende verbracht haben. Am Freitag fuhren wir los. Wir konnten recht früh unser Zimmer im Hotel Wagner im Dammtorpalais beziehen.

Das Hotel liegt sehr zentral in unmittelbarer Nähe der Universität. Da wir bis zu unserem ersten Highlight noch Zeit hatten, spazierten wir an der Staatsoper vorbei zum Jungfernstieg. Es war sehr heiß und so tranken wir bei "Alex" im Alsterpavillon etwas und genossen die Aussicht über die Binnenalster.

Über den Gänsemarkt ging es zurück zum Hotel. Inzwischen war es so heiß, dass wir uns erst einmal umziehen mussten. Mit Bus und U-Bahn fuhren wir zu unserem ersten Event. Hamburg hat eine Gondoliera, die ihre Ausbildung in Venedig absolviert hat und in Hamburg eine originale venezianische Gondel besitzt: Ina Mierig. Frau Mierig fuhr (oder gondelte) mit uns über die Fleete, Kanäle und die Außenalster. Bei herrlichem Wetter konnten wir uns die Gärten der "Betuchten" vom Wasser aus ansehen.


Wir hatten danach noch ein wenig Zeit und konnten uns an dem Bootshaus auf unser nächstes Highlight einstimmen.

Jutta kannte Cornelia Poletto aus dem Fernsehen. Auch ich habe dort irgendwann einmal reingeschaut. Was lag also näher, als bei unserem Hamburg-Wochenende dort essen zu gehen. Das geht natürlich nicht einfach so! Also hatte ich (bereits im Januar!) einen Tisch bestellt.

Nicht weit von der Anlegestelle der Gondel liegt das Restaurant:

Cornelia Poletto ist eine Sterne-Köchin (sonst sind das ja meistens Männer!) und führt ein wirklich tolles Restaurant:

Jutta und ich waren uns einig: Wir haben noch nie so gut gegessen! Ein Ausschnitt:

Bevor wir überhaupt bestellen konnten, wurden uns diverse "Grüße aus der Küche" geschickt. Es begann mit Käsegebäck, erweiterte sich um Walnussbrot und Olivenöl und steigerte sich in gelierten Cocktailtomaten mit Basilikumschaum. Das alles war kein Bestandteil der Speisekarte, sondern - wie gesagt - ein Gruß aus der Küche.

Anschließend entschieden wir uns für ein "Menü all`italiana."

Beide wählten wir "Roh marinierte Tagliatelle vom sizilianischen Thunfisch in Römersalat-Vinaigrette." Der zerging auf der Zunge.

Jutta entschied sich als Hauptgericht für "Iriglie" - Gefüllte Rotbarbenfilets auf Couscous, jungem Blattspinat und Chorizoschaum". Ich wählte "Das Beste vom Iberico-Schwein auf Gewürzfenchel und Verjuskartoffeln".

Bevor das Dessert serviert wurde, erhielten wir als weiteren "Gruß aus der Küche" eine "Waldmeistersuppe mit kleinen Walderdbeeren und Himbeermus".

Als Dessert wählte Jutta "Sflogiate von Himbeeren und Mohn mit Balsamico-Creme-Brülée und Zitronenthymianeis." Besonders hatte es ihr der Mohnkrokant angetan.

Ich war schon ziemlich satt, wählte aber doch "drei verschiedene Sorten von Pfirsich" und war anschließend ganz durcheinander, weil ich nie geglaubt habe, dass man Pfirsich auf drei verschiedene Art anrichten kann.

Irgendwann stürmte Frau Poletto mit ihrem ghanaischen Kochschüler aus der Küche und rief: "1:0 für Ghana". Wir freuten uns alle, mussten aber hinterher erfahren, dass die ghanaische Nationalmannschaft nach Elfmeterschie0en ausgeschieden war. Da wir diese Meldung erst im Hotel erfuhren, wurde unser Abend nicht getrübt.

Dieses Essen war in jeder Hinsicht ein Highlight. Das Ambiente wirkte nicht aufgesetzt, sondern war freundlich und hell, der Service war wirklich top - na ja und das Essen - sowieso!

Es gibt deshalb keine Fotos von dem Essen, weil wir das beide blöd gefunden haben, unsere Speisen zu fotografieren.

Nach fast 4 Stunden Schlemmerei ließen wir uns mit eiinem Taxi ins Hotel chauffieren.

Am Samstag stand dann eine kombinierte Stadt- und Hafenrundfahrt auf dem Programm. Mit einem roten Doppeldeckerbus fuhren wir los. Es sollte der heißeste Tag des Jahres werden und so waren wir froh, nicht so weit zu Fuß laufen zu müssen. In unmittelbarer Nähe des Hotels befand sich eine Haltestelle.

Über den Jungfernstieg fuhren wir weiter zum Rathaus

und dann über die Reeperbahn zu den St. Pauli-Landungsbrücken. Hier unterbrachen wir unsere Stadtrundfahrt und enterten eine der vielen Barkassen, um uns in einer einstündigen Rundfahrt den imposanten Hamburger Hafen anzuschauen. Seit meiner letzten Hafenrundfahrt sind schon einige Tage vergangen und so gab es viel Neues zu entdecken.

Speicherstadt

Die Speicherstadt beherbergt heute eine Reihe von Museen. Außerdem bietet sie Lagerräume für Orientteppiche im Wert von ca. 1 Mrd. €.

Hier entsteht Hamburgs teuerstes Bauwerk: die Elbphilharmonie. Mit dem Bau wurde in dem neu entstehenden Stadtteil "Hafen-City" 2007 begonnen. Mit der Fertigstellung wird nach mehrmaligen Korrekturen nun im Jahre 2013 gerechnet. Wahrscheinlich wird das Gebäude dann eine halbe Milliarde Euro verschlungen haben, eine Preissteigerung um ca. 86%. Wenn man dann bedenkt, dass sich aller Voraussicht nach nur die Wohlhabenden in unserer Gesellschaft die Preise für Konzertkarten leisten können, bleibt einem die Spucke weg.

Weiter geht die Fahrt durch den Hafen. Wir besichtigen noch ein Schwimmdock und fahren an einem Containerterminal vorbei, bevor wir uns wieder den Landungsbrücken nähern.

 

Anschließend setzen wir unsere Stadtrundfahrt fort. Wir fahren am Hauptbahnhof und der Kunsthalle vorbei. Es geht weiter entlang der Außenalster, wo immer noch viele Konsulate ihren Sitz haben und steigen an der Universität wieder aus. Nun heißt es, sich ein wenig frisch zu machen und sich auf das Fußballspiel Argentinien-Deutschland vorzubereiten. Wir wollen zwar nicht zu einem Public-Viewing-Point, wo die Massen hinströmen, aber gerne mit anderen das Spiel ansehen. Wir landen in einem amerikanischen Restaurant im Grindelhof. Drauße auf dem Bürgersteig befinden sich Tische und 2 Fernseher sind aufgestellt. Viele Plätze sind bereits reserviert, aber wir ergattern noch einen Tisch.

Das 4:0 für Deutschland wird entsprechend gefeiert.

Am Sonntagmorgen verlassen wir unser Hotel. Bevor wir abreisen, machen wir noch einen Spaziergang in Planten und Blomen, einer 47 Hektar großen Parkanlage mitten in Hamburg. Uns hat es besonders der Rosengarten und der Japanische Garten angetan.

 

Mit neuen Eindrücken angefüllt und im Bewusstsein, ein wunderschönes Wochenende erlebt zu haben treten wir gegen Mittag die Heimfahrt nach Büdelsdorf an. Angesichts der Tatsache, dass wir nur eine Stunde Fahrtzeit benötigen, nehmen wir uns vor, öfter mal nach Hamburg zu fahren. Es muss ja nicht immer mit Übernachtung sein.

 

 

 

 

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