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Tagebuch

Geschafft!

Geschrieben von Uli Schilf am 24.08.2009
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Es ist der 24.8.09, 18.35 Uhr und ich sitze im IC nach Hamburg, komme natürlich nicht ins Internet, will aber doch meine Gedanken zur Modul-Prüfung loswerden.

Doch der Reihe nach:
Um 03.50 Uhr war für mich heute Morgen die Nacht vorbei. Ich konnte nicht mehr schlafen. Immer wieder ging mir im Kopf herum, welche Fragen wohl heute Nachmittag bei meiner ersten mündlichen Prüfung nach ca. 30 Jahren gestellt werden. Nach dem Frühstück brachte mich meine Frau zum Rendsburger Bahnhof. Um 06.50 Uhr ging mein Zug nach Hagen. In Dortmund sollte ich umsteigen. Der vorgesehene IC fiel wegen eines Notarzteinsatzes aus und ich musste die S-Bahn nehmen. Die bummelte gen Hagen und erreichte die Stadt gegen 12.15 Uhr. Ich fuhr mit dem Taxi zur Uni und meldete mich wie vereinbart bei der Sekretärin des Lehrgebiets. Eine sehr nette Frau, die mir erst einmal zeigte, wo die Mensa ist. Mein Notebook, meine Jacke usw. konnte ich in ihrem Büro lassen. Im Unterschied zu früheren Zeiten konnte ich sogar etwas essen und stellte mir einen Salat zusammen. Im Büro der Sekretärin lernte ich Frau Dr. Ochs kennen. Ich nahm zunächst an, dass sie die Beisitzerin bei dieser Prüfung sein würde. Das stellte sich aber als Irrtum heraus. Sie gab mir ein paar aufmunternde Worte mit auf den Weg und ich setzte mich vor dem Büro des Prof. Kruse auf den „Wartestuhl“. Um kurz nach 14 Uhr wurde ich herein gerufen. Die Atmosphäre war sehr freundlich. Prof. Kruse überließ mir die Platzwahl (Licht von vorn oder im Rücken?) und dann ging es los. Als Beisitzerin fungierte Frau Leliwa, M.A. Ich machte zunächst eine selbstkritische Bemerkung zu meinem Thesenpapier. Natürlich wäre es richtig, zunächst mit den Ursachen der Französischen Revolution zu beginnen und erst danach die Auswirkungen zu behandeln. Herr Kruse stellte eine allgemeine Frage nach den Ursachen und ließ mich meine Antwort entwickeln. So ging das eigentlich die ganze Prüfung über. Immer wieder wurde auch der Bezug zur Konzeption des Studienganges hergestellt. Worin bestand der Einfluss der Französischen Revolution, aber auch der Industriellen Revolution auf die Moderne? Was war das Besondere im langen 19. Jahrhundert. Nach ca. 50 Minuten wurde ich kurzfristig entlassen, Die beiden berieten sich. Als ich wieder herein gerufen wurde, gratulierte mir sogleich Frau Leliwa, ohne dass ich wusste, wie denn nun die Prüfung ausgefallen war. Zu meiner großen Freude verkündete Prof. Kruse, dass sie sich entschlossen hätten, mir die „Bestnote“ (1,0) zu geben. Meinen Dank wehrte er mit den Worten ab: „Das ist ja Ihre Leistung“.
Fazit: Neben dem speziellen Thema sollte man die Konzeption des Studienganges, wie sie im Modul dargelegt ist, präsent haben. Ich glaube, mir hat auch geholfen, dass ich neben den Studienbriefen einiges an weiterführender Literatur zumindest angelesen habe. Wichtig ist auch, auf allgemein gestellte Fragen, dezidiert zu antworten. Neben Sachwissen wollen die Professoren sehen, dass man seine Antworten entwickelt und sich nicht alles (besser: möglichst gar nichts) aus der Nase ziehen lässt. Dazu sollte man eigene Auffassungen vertreten, argumentieren und Begründungszusammenhänge herstellen.


Und was mir ganz besonders geholfen hat: Euer Daumendrücken. Aber ganz im Ernst: Ich habe sogar während der Prüfung an euch gedacht und überlegt, wie viele denn nun mit fiebern. Also: Danke euch allen.
Inzwischen bin ich wieder zu Hause und will diesen Text noch vor Mitternacht ins Internet stellen. Ich bin happy und freue mich jetzt auf das weitere Studium.

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