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Tagebuch

22. November 2014

Geschrieben von Uli Schilf am 22.11.2014
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Da fahre ich gestern mit Jutta nach Hamburg, um mich im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf eines Eingriffs an meiner linksseitig gelähmten Stimmlippe zu unterziehen und dann das:

Bereits um 06.00 Uhr am frühen Morgen fahren wir los, weil wir nicht wissen, wie die Verkehrssituation unterwegs ist. Immerhin müssen wir ca. 170 km fahren. Um 08.30 Uhr erreichen wir das UKE. Bei der Untersuchung wird schnell klar, dass ich an diesem Tag nicht operiert werden kann, weil die Ärztin, mit der ich vorher per Email in Kontakt war, nicht antizipiert hatte, dass ich vor fast 4 Jahren bereits unter Vollnarkose an der linken Stimmlippe operiert wurde und auch dieser Eingriff wieder unter Vollnarkose hätte stattfinden müssen. Dazu hätte ich aber nüchtern sein müssen. Da wir darüber aber nicht gesprochen hatten, war klar, dass es einen weiteren Termin für die OP geben würde. Der Professor und Gründer der Deutschen Stimmklinik, Dr. Markus Hess, untersuchte mich sehr gründlich. Ich machte ihn auf eine Verdickung an der Unterseite meines rechten Ohrs und eine leichte Lähmung und Verschiebung des rechten Mundwinkels aufmerksam. Er tippte auf eine Mundastlähmung und empfahl mir, da ich schon mal da war, eine Ultraschalluntersuchung in der HNO-Klinik. Netterweise besorgte er mir gleich einen Termin. Die eigentliche Stimmlippen-OP sollte nun am 3.12. stattfinden.

Die Untersuchung in der HNO-Klinik im UKE ergab einen "raumgreifenden Tumor in der Ohrspeicheldrüse". Nach Auskunft des behandelnden Arztes sind 80% dieser Tumore gutartig, aber Aufschluss könne nur ein MRT und eine zeitnahe Entfernung des Tumors geben. Das war natürlich ein Schlag ins Kontor, zumal der Arzt mir sagte, dass die Sache mit der Stimmlippe aufgeschoben werden könne, die OP an der Ohrspeicheldrüse aber nicht. So werde ich nun am 01.12. um 09.00 Uhr im UKE in Hamburg auflaufen. Grob gerechnet werde ich wohl 5 Tage in der Klinik verbringen müssen. Bis dahin kreisen die Gedanken natürlich immer um die Frage: Gut- oder bösartig? Obwohl alle davon abraten, nutze ich dennoch das Internet zur Recherche: Wo gibt es ähnliche Fälle. was haben die Leute erlebt, wie laufen solche OPs ab, welche Risiken gibt es, usw.?

An die Stimmlippen-OP am 3.12. ist unter diesen Umständen natürlich nicht zu denken. Auch die geplante Reise nach Schottland mussten wir stornieren. Manchmal geht aber auch alles schief!

Am Nachmittag waren wir dann noch bei meiner Tochter Wiebke in Trittau und verbrachten dort zwei schöne Stunden.

Um mich abzulenken, habe ich heute wieder gekocht (mit Jutta!). Es gab Italienisches Steak-Sandwich "Caprese" mit im Ofen geschmorten Tomaten und Mozzarella, dazu knusprige Pastinaken-Pommes. Alles war sehr lecker.


Dazu gehörten noch Thymian, Salbei und karamellisierte Zwiebeln.

Ach ja: Heute vor 10 Jahren fuhr ich ebenfalls mit Jutta ins UKE. Damals verbrachte ich 5 1/2  Wochen dort. Da werden unangenehme und auch sehr traurige Erinnerungen wach.

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