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Tagebuch

17. Januar 2015

Geschrieben von Uli Schilf am 17.01.2015
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Gerade habe ich das "Merkblatt zur Mundpflege bei Bestrahlungen im Kopf-Halsbereich" gelesen. Da wird mir ganz schön mulmig. Es wird beschrieben, wie durch die Strahlentherapie der Mund beeinflusst wird.

Neben der Zerstörung der eventuell vorhandenen Tumorzellen werden auch gesunde Zellen im Mund geschädigt. Davon betroffen sind in unterschiedlichem Ausmaß Mundschleimhaut an Wangen, Knochen und Gaumen, Zunge, Geschmack, Speicheldrüsen, Zähne, Zahnfleisch und Kieferknochen. Dann werden wichtige mögliche Folgen einer Strahlentherapie aufgezählt:

  • Wundsein im Mund und am Zahnfleisch, offene Stellen
  • Geschmacksverlust
  • Mundtrockenheit
  • Neigung zu Infektionen der Schleimhaut
  • sogenannter Strahlenkaries
  • Veränderungen im Kieferknochen
  • Einschränkung der Bewegung im Kiefergelenk

Das ist schon ganz schön heftig, obwohl auch darauf verwiesen wird, dass diese Folgen nicht oder nicht alle bei jeder Person auftreten müssen. Allerdings wird dann auch erklärt, dass schon während der Bestrahlung die Nebenwirkungen zu Schmerzen führen und das Essen, Schlucken und Reden erschweren können. Außerdem können Entzündungen und Infektionen mit Bakterien und Pilzen auftreten.

Dann wird ausführlich erklärt, welche Maßnahmen der Zahnarzt begleitend durchführen kann und was man selber im Hinblick auf eine ausgiebige Mundpflege selber tun kann.

Noch etwas ganz anderes bewegt mich derzeit. Durch verschiedene Ereignisse im vergangenen Jahr habe ich die Masterarbeit, die ich zum Abschluss meines Studiums schreiben müsste, immer wieder verschoben. Jetzt bin ich an einem Punkt angelangt, das Vorhaben ganz aufzugeben. In den nächsten Wochen und Monaten werde ich mit Sicherheit nicht den Kopf für wissenschaftliches Arbeiten freihaben. Um mir noch eine Option offenzuhalten, habe ich mich erneut an der Fernuniversität in Hagen zurückgemeldet, d.h., ich bin als ordentlicher Student dort noch eingeschrieben. Vielleicht muss ich ja jetzt auch noch keine Entscheidung treffen, aber die psychische Belastung ("das musst du auch noch schaffen") muss aus dem Kopf. Ich weiß, dass alle diejenigen, die sowieso nicht verstanden haben, warum ich mir in meinem Alter noch so etwas antue, dafür plädieren, das Vorhaben abzublasen. Für mich war es bisher jedoch eine Herzensangelegenheit und immerhin habe ich auf dem Weg zum Master bereits sieben Prüfungen abgelegt. Die Masterarbeit wäre die letzte in dieser langen Reihe.
 

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