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Tagebuch

12. Dezember 2014

Geschrieben von Uli Schilf am 12.12.2014
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Dieser Tagebucheintrag ist einer von der komplizierten Art. Ich liege mehr oder weniger flach im Bett und mühe mich damit ab, die neuesten Entwicklungen aufzuschreiben. Besonders lang wird dieser Eintrag nicht, weil ich noch nicht so viel Kraft habe. Die Operation ist geglückt, und wie es aussieht, hat das OP-Team alles Bösartige entfernen können. Seit heute Morgen liege ich nach einer Nacht auf der Intensivstation wieder auf meiner Station. Helmut und Ulli waren auch schon zu Besuch.

Jetzt übernimmt Jutta mal das Schreiben. Das war gestern ein wirklich schrecklicher Tag. Ich war um 10.00 Uhr auf der Station, um Uli ein wenig abzulenken bis zum OP-Termin um 12.20 Uhr. Die Warterei ging dann doch wieder los, weil sich bis 12.30 Uhr nichts tat. Aber dann war es soweit. Am liebsten wäre ich mit ins OP gegangen. Wie sollte ich mir bloß die Zeit bis abends vertreiben? Ich bin dann in die Geschäftsstraße Eppendorf gegangen, habe aber überhaupt nichts richtig wahrgenommen. Mir wurde plötzlich so schwindelig, so dass ich mich nur noch von Laterne zu Laterne hangeln konnte. Ich habe mich dann in ein Café gesetzt und erst einmal meine Rescue-Tropfen genommen. Nach einer Stunde habe ich mich dann auf den Rückweg ins UKE gemacht. Um 17.30 Uhr sagte man mir auf meine     Nachfrage, dass die OP noch andauere und ich solle doch in 2 Stunden noch einmal nachfragen. Das waren lange 2 Stunden mit vielen SMS und Telefonaten. Es wollten doch viele benachrichtigt werden, was jetzt mit Uli ist. Zwischendurch erfuhr ich, dass die OP um 18.10 Uhr beendet worden ist. Ich konnte dann in den Wartebereich vor der Intensivstation gehen und dort warten. Uli wurde von der Aufwachstation an mir vorbei in die IMC geschoben und ich konnte kurz mit ihm sprechen. Er sagte, dass er keine Luft bekäme und ich konnte ihm ansehen, dass er richtig Angst hatte und ich mit ihm.

Nach weiteren gefühlten 5 Stunden konnte ich dann endlich zu ihm. Der Verband ließ kaum etwas von seinem Gesicht frei. Aber was ich als erstes bemerkte war, dass er sein rechtes Auge schließen konnte und auch sein Mund nicht - wie angenommen - herunterhing. Das sah alles sehr gut aus. Ich hätte ihn aber auch mit hängender Gesichtshälfte behalten. Bis um 21.15 Uhr konnte ich in der IMC bleiben und dann einigermaßen beruhigt nach Itzstedt zu Ulli und Helmut fahren. 

Seit heute wissen wir nun, dass diese OP ein kleines Wunder war. Das OP-Team hatte an diesem Tag ein ganz besonders gutes Händchen.Dafür können wir nur DANKE sagen.


Ob ihr es glaubt oder nicht: ich bin's!         

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