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Tagebuch

07. Januar 2015

Geschrieben von Uli Schilf am 07.01.2015
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Gestern war ich bei meiner Augenärztin. Eigentlich sollte es ja nur eine Routineuntersuchung sein. Da wir uns zuletzt vor meiner Krebsoperation gesehen hatten, war ihre Überraschung natürlich groß, mich nun so verändert zu sehen. Aber sie nachte mir sofort Mut. "Man wird immer nach dem Menschen schauen, der man ist und nicht danach urteilen, wie man aussieht." Ihr Kernspruch lautete: "Schönheit vergeht, Charakter besteht". Obwohl ich mich selbst ja nie für "schön" gehalten habe, ist an diesem Spruch sicher etwas dran. Durch die Veränderung im Aussehen, verändert sich ja nicht das Wesen eines Menschen - zumindest nicht grundsätzlich. Das ist auch der Tenor vieler Aussagen aus meiner engeren Umgebung und das macht ja dann auch Mut.

Heute soll ja die Tumorkonferenz am UKE in Hamburg stattfinden. Da Jutta und ich heute zur Krankengymnastik müssen (ich nähere mich mit meiner Körperhaltung immer mehr dem Bild des Quasimodo - Glöckner von Notre Dame an), werden wir sicher erst heute Mittag die Ergebnisse erfahren. Ich werde dann hier berichten.

16:45 Uhr. So, nun ist es amtlich. Die Tumorkonferenz hat entschieden, dass eine Nachbestrahlung notwendig ist. Damit das möglichst zeitnah beginnen kann, sollte ich am 09.01. nach Hamburg zum Vorgespräch kommen. Das haben wir aber mit dem Hinweis, dass die Therapie in Flensburg stattfinden soll, abgelehnt. Im Malteser-Krankenhaus St. Franziskus haben wir jetzt den 16. Januar zu einem Vorgespräch vereinbart. Bis dahin sollten alle Unterlagen aus dem UKE dort vorliegen. Nach dem Vorgespräch dauert es dann noch eine bis anderthalb Wochen, bis die Bestrahlung beginnen kann. Erst dann erfahre ich wohl auch, welche Dosierung verwendet wird und in welcher Häufigkeit die Bestrahlung durchgeführt werden muss.

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