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Tagebuch

07. Dezember 2014

Geschrieben von Uli Schilf am 07.12.2014
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Heute Nacht habe ich wieder nicht besonders gut geschlafen, obwohl ich etwas zum Einschlafen bekommen habe. Ich hatte ziemlich heftigen Reflux, so dass der ganze Rachenraum brannte. Als ich das der diensthabenden Schwester erzählte, meinte sie, dass es wohl am Essen gelegen habe, denn es hätten außergewöhnlich viele Patienten über Reflux geklagt.

Der Stationsarzt war schon sehr früh mit der Visite unterwegs, zeigte sich bei meinem Fall aber offenbar nicht so recht auf dem neuesten Stand. Er sprach davon, dass der Pathologe ja nun den herausgenommenen Teil des Tumors untersuchen müsse. Als ich ihm sagte, dass das Ergebnis "bösartig" schon vorliege, schien er überrascht. Allerdings machte er mir Hoffnung, dass die erforderliche OP zur Entfernung der gesamten Ohrspeicheldrüse recht zeitnah in der nächsten Woche erfolgen könne, da die Vorbereitungen bereits parallel zur am Mittwoch stattfindenden Tumorkonferenz eingeleitet würden. Manchmal glaube ich, dass die in Krankenhäusern arbeitenden Mediziner ihren eigenen Ansprüchen in Hinblick auf die Patientenzuwendung gar nicht bzw. nur unzureichend gerecht werden können, was sicher auch mit der immensen Arbeitsbelastung zu tun hat. Es kann ja auch nicht sein, dass ein Stationsarzt wegen des erhöhten Krankenstandes gleich für drei Stationen zuständig ist.

Jetzt freue ich mich erst einmal auf den Besuch meiner Schwägerin Vera und ihres Partners Friedhelm.

Es ist jetzt 15.00 Uhr und Vera und Friedhelm sind wieder nach Hause gefahren. Es war schön, die beiden hier zu haben. Mein Essen wurde gerade abgeräumt, als ich wieder auf mein Zimmer kam. Mir machte das nichts, denn heute gab es sehr spät Frühstück und ich war noch satt. Seit einiger Zeit habe ich ziemlich starke Innenohrschmerzen. Die Schwester Angelique versucht es mit einem Kühlpack auf mein rechtes Ohr. Gleich soll ich auch noch Paracetamol als Infusion erhalten. Ein bisschen habe ich auch geschlafen. Mein Zimmernachbar kann dank einer Sprechkanüle seit heute wieder sprechen. Das ist ein erheblicher Fortschritt.

Gerade habe ich mit meinem Schatz telefoniert. Ich freue mich schon, wenn sie mich morgen mit meiner Schwester besuchen kommt.

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