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Tagebuch

06. Februar 2015

Geschrieben von Uli Schilf am 06.02.2015
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Endlich Wochenende! Ich kann mich nicht erinnern, dass ich das mal als Rentner gesagt habe, denn da hat man ja eigentlich immer Wochenende. Seitdem ich täglich zur Bestrahlung fahren muss und nur am Wochenende davon verschont bleibe, ist der Ausruf sicher gerechtfertigt.

Während meiner täglichen Taxifahrten nach Flensburg mit unterschiedlichen Fahrern derselben Firma lernt man einiges über den Beruf. So habe ich z.B., erfahren, dass die Chefin des Unternehmens eigentlich immer gut bezahlt hat und auch jetzt den Mindestlohn von 8,50 € zahlt. Ein junger Familienvater mit zwei Kindern muss dennoch aufstocken (Hartz IV). Eine andere Fahrerin hat 4 Kinder alleine großgezogen.

Gestern habe ich mich allerdings geärgert. Erst kam das Taxi zu spät, obwohl wir dann doch noch pünktlich waren. Dann sollte ich wieder abgeholt werden, was aber offenbar verpennt wurde. Erst nachdem aus dem Krankenhaus angerufen wurde, kam das Taxi, das mich nach Hause bringen sollte, 30 Minuten später.

Gestern Morgen war ich mit Jutta beim Augenarzt. Dort wurden mir die Fäden gezogen, bis auf einen, der an der Lidkante sitzt und sich selbst auflösen soll. Der Augenarzt war des Lobes voll für den Operateur, der wohl sehr gute Arbeit geleistet hat. Der Lidschluss funktioniert wieder. Allerdings weiß keiner, ob das auch im Liegen der Fall ist. Er empfahl, dass Jutta mal aufbleiben soll, um zu beobachten, ob das Lid des rechten Auges auch im Liegen schließt. Das haben wir aber noch nicht gemacht.

Heute Morgen musste ich zum Zahnarzt, denn die unterbrochene professionelle Zahnreinigung musste nun fortgesetzt werden. Nach 50 Minuten war ich damit durch.

Im Krankenhaus habe ich nachgefragt, ob man mich mal mit der Maske fotografieren könne. Das war kein Problem und so brachte ich heute meinen Fotoapparat zur Bestrahlung mit. Vielleicht kann man auf den beiden Fotos erkennen, wie unangenehm der Aufenthalt unter der steifen Maske ist. Gestern hatte ich auch ein bisschen Panik, denn ich fragte mich, was wohl geschieht, wenn ich einen Hustenanfall bekomme oder mal niesen muss. Man hat ja überhaupt keine Bewegungsfreiheit. Was da aus der Maske hervorschaut ist meine Nasenspitze, die einzige Öffnung.

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