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Tagebuch

26. September 2016

Geschrieben von Uli Schilf am 26.09.2016
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Ich schaue aus dem Fenster meines kleinen Arbeitszimmers und sehe - wie so oft - eine tolle Wolkenformation. Das sind dann die Momente, in denen ich mich unheimlich wohl fühle. Dann möchte ich niemals wieder weg. Aber natürlich gibt es auch den Alltag mit all den schönen aber auch beschwerlichen Seiten.
Heute kamen sehr früh die Handwerker, die die Seitenwände unserer vor 2 Jahren erworbenen Doppelgarage austauschten. Dort platzte nämlich im Innenbereich die Farbe ab. Ich war ja immer der Auffassung, wir hätten nur 2 Jahre Garantie, aber Jutta wusste es mal wieder besser: 10 Jahre Garantie. Na gut, aber es hätte auch so gereicht. Durch den morgendlichen Besuch der Handwerker habe ich zum ersten Mal die Blutabnahme vergessen. Morgen soll ich nämlich meine beiden Spritzen kriegen und da muss vorher immer das Blut untersucht werden. Nun haben wir das Ganze um jeweils einen Tag verschoben.

Außerdem waren wir heute in der Neurochirurgie im Krankenhaus in Flensburg. Prof. Börm (der aus dem Tatort heißt - glaube ich - Börme) untersuchte mich gründlich. Wenn ich das richtig verstanden habe, so ist der Schmerz im linken Gesäß- und Oberschenkelbereich nicht auf eine Beschädigung der dort laufenden Nerven zurückzuführen. Es scheint eher so zu sein, dass dort auch eine Metastase sitzt, die man durch Bestrahlung bekämpfen kann. Prof. Börm will sich noch in dieser Woche mit der Strahlentherapeutin in Verbindung setzen. Vielleicht kriege ich noch vor unserem Urlaub einen Termin. Tja, so ist immer etwas los.

Meine Linux-Kenntnisse machen Fortschritte, obwohl es sicher noch einige Zeit dauern wird, bis ich mich endgültig von Windows verabschiede. Wer diese Seite häufiger besucht, wird festgestellt haben, dass auf der Startseite neue Fotos zu sehen sind. Jutta und ich haben beschlossen, der Realität Tribut zu zollen: Wir sehen eben nicht mehr so aus wie vor 2 Jahren!

Jutta hat heute zwei Rhododendron umgepflanzt und die Blumenzwiebelpflanzaktion (ist das nicht ein tolles Wort?) fortgesetzt. Da freue ich mich schon auf den nächsten Frühling und Sommer. Jaaa, ich habe nicht nur dunkle Gedanken! Wenn es mir gut geht, freue ich mich auf die Zukunft. Zumindest in meinem familiären Umfeld.

Politisch gibt es keinen Grund zur Freude. Diese unsäglichen Populisten von der AFD scheinen auf dem Vormarsch zu sein. Die ehemaligen Volksparteien SPD und CDU haben gerade in Berlin wieder einmal eine Klatsche gekriegt. Keine guten Aussichten. Merkel macht den Horst, bzw. knickt vor dem Seehofer ein und dessen Generalsekretär Andreas (Be)Scheuert) spielt ungehindert das rassistische Klavier, in dem er vom ministrierenden, fußballspielenden Senegalesen faselt, den man nicht mehr los wird.

Außenpolitisch ist es auch nicht besser: Assad zerbombt mit Russlands Unterstützung Aleppo und Trump, diese Ekelpaket, ist drauf und dran amerikanischer Präsident zu werden.

Mich macht das alles sehr nachdenklich (und wütend). 4 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus bin ich geboren. Ich habe mein ganzes Leben in einer demokratischen Gesellschaftsordnung verbracht. Und nun, am Ende des Lebens scheint es so zu sein, dass die ewig Gestrigen wieder auf dem Vormarsch sind. Mir dreht sich der Magen um.

Inzwischen ist es dunkel geworden und ich höre jetzt auf.
 

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