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Tagebuch

13. Mai 2016

Geschrieben von Uli Schilf am 13.05.2016
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Heute ist ein (bisher) zweigeteilter Tag. Am Vormittag waren Jutta und ich im Krankenhaus, am Nachmittag habe ich gekocht.

Aber der Reihe nach: Um 09.10 Uhr hatte ich einen Termin in der onkologischen Tagesklinik im Malteser-Krankenhaus in Flensburg. Eine gute Gelegenheit, die erste Jungfernfahrt mit dem neuen Auto zu unternehmen. Es wird noch einige Zeit dauern, bis ich mich mit allen Funktionen vertraut gemacht habe. Aber es gibt schon einiges, was den Neuen vom Matrix unterscheidet und das Fahren vermutlich angenehmer macht.

Wir waren pünktlich im Krankenhaus und mussten - wie immer - warten. Frau Dr. Benk, die Oberärztin, fragte mich nach meinem Befinden. Auf einer Skala von 1-10 musste ich angeben, wie ich mein Schmerzempfinden einordne. Mir fällt so etwas ganz schwer, aber weil die Schmerzen doch zurückgegangen sind, wählte ich die 4. Frau Dr. Benk erklärte dann den weiteren Ablauf. Am 16.6. muss ich wieder in die Klinik. Dann wird eine Computertomographie gemacht. Damit soll festgestellt werden, ob die bisherige Therapie anschlägt oder nicht. Sie schaute sich auch meinen Rücken an. Dort habe ich in der Gegend des Kreuzbeins Strahlenschäden, die Jutta bisher mit einer kortisonhaltigen Salbe behandelt. Das kann auch so weitergemacht werden, zumal ich am kommenden Dienstag ohnehin einen Termin in der Strahlentherapie im Krankenhaus habe. Mein Kaliumwert ist etwas niedrig, dagegen helfen Bananen, die ich sowieso gerne esse (man weiß ja, woher man kommt!). Zum Schluss drückte mir Frau Dr. Benk die Daumen. Warum, weiß ich nicht ganz genau, aber ich vermute, dass man in meiner derzeitigen Situation fast jedes Wort auf die Goldwaage legt. Ich nehme es mal als ein gutes Zeichen.

Vor einigen Tagen hatten Jutta und ich frischen Spargel. Bei unseren Recherchen im Internet fanden wir heraus, dass es gar nicht so gut ist, wenn man den Spargel im Topf kocht, bis er gar ist. Wir nahmen also eine Auflaufform mit Deckel, schichteten die Stangen dort hinein, gaben Butter, Salz, Zucker und ein wenig Wasser hinzu und ließen den Spargel ca. 45 Minuten im Backofen. Das schmeckte toll, der Spargel hatte nichts von seinem Geschmack verloren und wir genossen unser Essen.

Heute setzte ich noch einen drauf. Im Internet fand ich ein Rezept "Spargel einmal anders". Das wollte ich nachkochen. Ein Pfund Spargel wurde in unseren Heißluftofen gepackt, ein wenig Wasser, ein wenig Salz und ein wenig Zucker hinzugefügt und dann 20 Minuten im Heißluftofen "gebacken". Der Spargel war sehr bissfest und gar. Ich nahm immer 4-5 Stücke, wickelte diese zunächst in jeweils eine Scheibe Gouda und anschließend in eine Scheibe Kochschinken. Es ergaben sich somit 8 Päckchen. Jedes Päckchen wurde mit Zahnstochern zusammengehalten. Anschließend wurden die Päckchen in Mehl (100g), gequirltem Ei (2 Eier) und Paniermehl (100g) gewälzt. Dann kamen sie in eine Pfanne, in der ich vorher Rapsöl erhitzt habe, und wurden von beiden Seiten gebraten, bis sie goldbraun waren. Es schmeckte köstlich. Man kann das auch kalt essen. Das größte Kompliment erhielt ich von Jutta. Sie sagte, dass sie trotz des guten Essens während der Kreuzfahrt lange nicht so gut gegessen habe. Das hat mich natürlich mit Stolz erfüllt.

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