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Tagebuch

01. März 2016

Geschrieben von Uli Schilf am 01.03.2016
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Manchmal plätschern die Tage so dahin und manchmal kommst du gar nicht hinterher mit den Berichten über neue Ereignisse. Heute ist so ein Tag. Es ist 10.30 Uhr und ich bin gerade von der Lymphdrainage nach Hause gekommen. In einer halben Stunde müssen wir zu unserem Hausarzt, weil wir da den Befund über die MRT des Kopfes besprechen wollen.

Um 08.15 Uhr rief der Chefarzt Dr. Franke aus dem Malteser-Krankenhaus in Flensburg an. Er musste auf den Anrufbeantworter sprechen, weil keiner das Telefon gehört hatte. Nun soll ich morgen gleich nach dem Gespräch mit der Strahlentherapeutin der Onkologin Frau Prof. Basara vorgestellt werden. Sie wird mich dann sicher über die Befunde der Knochenpunktion unterrichten und besprechen, welche Therapie nötig und ratsam ist. Nun geht es also doch ziemlich schnell voran. Nach dem Besuch beim Hausarzt werde ich weiter berichten.

Es ist jetzt 12:45 Uhr und wir sind nach dem Besuch beim Hausarzt wieder zu Hause. Die positive Nachricht vorweg: Mit der Birne scheint alles in Ordnung zu sein. Es gibt keinen Nachweis von "metastasenverdächtigen Hirnparenchymläsionen" (Häh?). Gemeint ist, dass die Nervenzellen im Hirn nicht geschädigt oder verletzt sind. Es sind auch keine Arterien im Inneren eingeengt oder verschlosssen. Auch für einen zurückliegenden Hirninfarkt gibt es keine verdächtigen Anhaltspunkte. Das kann man ja schon mal feiern!

Anders sieht es mit dem Bericht über die Knochenpunktion aus: Hier geht man davon aus, dass ein Adenokarzinom (also ein bösartiger Tumor, der aus Drüsengewebe hervorgegangen ist) vorliegt. Als Primärturmor wird die Ohrspeicheldrüse angenommen, weil man das mit den Ergebnissen aus Hamburg (Dezember 2014) vergleichen konnte. Morgen werde ich vermutlich erfahren, welche Therapie angewendet werden soll. Ich habe den Hausarzt gefragt, ob das Krankenhaus in Flensburg eine gute Adresse für die Behandlung ist Er erklärte mir, dass es heutzutage so ist, dass die Fachärzte internationalen Leitlinien zur Behandlung von unterschiedlichen Tumoren folgen. Diese Leitlinien werden überall angewandt. Übersetzt heißt das, dass die gleiche Therapie, die in Flensburg zur Anwendung kömmt, auch in Kiel, Hamburg oder San Francisco angewendet wird.

Nun warten wir den morgigen Tag ab.

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